Durch Spessarts Wälder streifen und Kienspan finden

Im Herbst ist es wieder eine ganz andere Stimmung im Wald. Den Hunden gefällt es, sich im Laub zu wälzen, was wir ein wenig skeptisch betrachten.

Die Eichenprozessionsspinner und ihre Nester sind nach wie vor und leider auch in zunehmendem Maß ein Risiko vor allem für die schnüffelnden Hunde. Man sollte bei Haut- und Atemauffälligkeiten bei Hund und Mensch daran denken, dass die Brennhaare dieser Raupen auch noch nach 5 Jahren Schaden anrichten können.

 

Doch soll man sich ja was Nettes für den Wald ausdenken, und deshalb ziehen wir los mit der Hoffnung, keine Eichenprozessionsspinnerhaare, sondern etwas Kienholz zu finden...

Was ist Kienholz, und wofür kann man es gebrauchen?

 

Nach einer ausgiebigen Wanderung, flankiert von frischen Wildschweinspuren am Weg, sichten wir ein interessantes Objekt, welches gleich von Harry untersucht und für gut befunden wird.

Kiefernstümpfe ohne Ende am Hang in sandigem Boden. Teils völlig verwittert sehen sie aus - allerdings, wenn ich dagegenklopfe, höre ich, dass sie wohl innen noch total fest sind.

Ich versuche, einen der kleineren Stümpfe durch Dagegentreten zu lockern und dank des sandigen Bodens gelingt mir das sogar. 

Ich rüttle und trete abwechselnd gegen den Stumpf und nach etlichen Schweisstropfen gelingt es mir, den Strunk incl. mehrerer Wurzelteile aus dem Boden zu ziehen.

 

Die Wurzel wird nach dem Rausholen aus der Erde mit dem Opinel Nr.12 kurz grundgereinigt, und schon jetzt ist der Duft des freigesetzten Harzes zu riechen.

Kienspan, ich habe das Gold des Waldes gefunden.

Noch ein kurzer Test, ob beim Anzünden eines kleinen Stückchens des Kienspans der legendäre schwarze Rauch aufsteigt.... tut er.

Also eingetütet und das gute Stück mit nach Hause genommen.

 

 

So sieht der Strunk in voller Pracht aus.

Zuhause angekommen, säge ich erstmal die Wurzelenden vom Strunk ab.

Satt getränkt mit Harz, wie man unschwer erkennen kann.

 

Dann werden weitere kleinere Nebentriebe abgesägt, gereinigt und zwecks Brenntests bereitgelegt.

Was soll ich sagen... die Stücke brennen und qualmen mit schwarzem Rauch wie eine Dampflock. Habe davon ein Video gemacht, mal sehen ob und wie man es hier einbinden kann.

 

Schlussendlich habe ich dann kleine Flöckchen mit dem Mora abgeschabt und getestet, wie gut sie als Zunder verwendbar sind.

Das Ergebnis war begeisternd, auch hier habe ich ein Video dazu gedreht, das ihr bei uns auf Instagram betrachten könnt:

https://www.instagram.com/spessartkontor/